Ununterbrochener Protest bis die Totalisolation Öcalans durchbrochen ist

Europaweite Aktionswelle für Abdullah Öcalan, Civaka Azad – Kurdisches Zentrum für Öffentlichkeitsarbeit, 18.10.2017
In dutzenden Städten Deutschlands und anderen Ländern Europas gehen seit letztem Sonntag tausende Kurdinnen und Kurden auf die Straße. Sie fordern Klarheit über die Situation Abdullah Öcalans, dem seit 1999 auf der türkischen Gefängnisinsel Imrali inhaftierten PKK-Vorsitzenden. Anlass für die Proteste sind Meldungen in den türkischen Medien aus der vergangenen Woche, wonach Öcalan im Gefängnis verstorben sei. Auch auf den Straßen Deutschlands protestieren seither jeden Tag tausende Menschen. In Dresden, Halle, Leipzig, Stuttgart, Duisburg, Frankfurt a. M., Mannheim, Hamburg, Berlin, Freiburg, Wuppertal, Ulm, Darmstadt, Saarbrücken, Karlsruhe, Hannover, Hildesheim, Dortmund, Essen, Bielefeld, Münster, Bremen und Kiel fanden seither fast täglich Demonstrationen und Kundgebungen für die Freiheit Öcalans statt.… weiterlesen

Was passierte gestern in Kirkuk und wer ist dafür verantwortlich?

Eine Analyse des Narichtenportals The Region, 17.10.2017
Am Montag nahm das irakische Militär in nur einem Tag die Stadt Kirkuk von kurdischen Truppen. So sah die Szene aus. Ein Sprecher des irakischen „Counter Terrorism Service“, eine Nichtregierungsorganisation, die von den Vereinigten Staaten nach ihrer Invasion gebildet wurde, steht neben Mohandes, dem Kommandeur der Hashd al-Shaabi Milizen, die in beträchtlicher Anzahl aus iranischen Kämpfern besteht. Glücklich bei ihnen ist auch Hadi Al-Amiri, ein Iraker, der die Badr-Organisation leitet. Er ist bekannt für seine Bewunderung für die islamischen Revolutionsgarden des Irans, die ihn jahrzehntelang trainierten, als er in ihrem Auftrag gegen den irakischen Ex-Diktator Saddam kämpfte.… weiterlesen

Die Isolation und Bedrohung von Abdullah Öcalan ist die Isolation und Bedrohung des Friedens

Tag gegen Gewalt an FrauenPresseerklärung von CENÎ – Kurdisches Frauenbüro für Frieden e.V., 16.10.2017
Der kurdische Repräsentant Abdullah Öcalan ist nach dem internationalen Komplott vor 19 Jahren einer anhaltenden Isolationshaft ausgesetzt. Seitdem vor anderthalb Jahren die Friedensgespräche, die 2013 geführt wurden, seitens der AKP Regierung abgebrochen wurden, unterliegt er einer totalen Isolation. Im Rahmen der Zusammenarbeit der zunehmend faschistischen AKP und der ultranationalistischen MHP hat sich in den letzten Jahren die Lage der Menschenrechte verschlechtert. In dem jede Art von Gewalt seitens der Regierung und Erdogan legitimiert wird, breitete sich eine von faschistischen Pogromen geprägte Welle über das Land aus.… weiterlesen

Aufruf zum Internationalen Kobanê-Solidaritätstag am 1. November 2017

Komitee zum Wiederaufbau von Kobanê, 16.10.2017
Mit dem Beginn der bewaffneten Auseinandersetzungen in Syrien wurde der Islamische Staat (IS) mit seiner enormen Ausbreitung in Syrien und dem Irak eine Gefahr für die gesamte Menschheit. Das einzige Ziel dieser barbarischen Kraft war es eine grausame Ordnung aufzubauen. Trotzdem wurde der IS von einer Vielzahl regionaler Staaten und internationaler Kräfte als ein passendes Werkzeug für die Umsetzung der eigenen Interessen gesehen. Der türkische Staat hatte das Ziel einen möglichen Status für die kurdische Gesellschaft zu verhindern. Saudi Arabien und Katar unterstützten den IS aus konfessionellen Gründen und einige westliche Staaten  drückten aufgrund wirtschaftlicher Interessen und Herrschaftsansprüche ein Auge zu.… weiterlesen

„Grünes Licht für türkische Geheimdienstaktivitäten gegen Kurden in Deutschland“

Pressemitteilung, Civaka Azad – Kurdisches Zentrum für Öffentlichkeitsarbeit e.V., 14.10.2017
Zwei Jahre auf Bewährung – So lautet das Urteil des Hanseatischen Oberlandesgerichts im Prozess gegen einen mutmaßlichen türkischen Geheimdienstagenten, der darauf angesetzt war, kurdische Politiker in Deutschland zu liquidieren. Doch nachdem Mehmet Fatih S., der als Journalist getarnt den Kontakt zu kurdischen Vertretern wie Yüksel Koç suchte, erst auf öffentlichen Druck hin von der Polizei festgenommen wurde, kam es nun zu einem Richterspruch von zwei Jahren auf Bewährung für den Angeklagten. Dass der Mordauftrag im Prozess gar nicht zur Debatte stand, hatten kurdische Vertreter bereits als Skandal gewertet.… weiterlesen

Der Krieg zwischen den USA und Al-Qaida in Idlib

Syrienexperte Fehim Taştekin über das komplexe Interessengeflecht in Syrien am Beispiel der gegenwärtigen Diskussionen rund um Idlib, 13.10.2017
Das ist keine Angelegenheit bei der wir besorgt aufblicken und nach einem warum fragen müssen. Denn diese verworrenen Widersprüche sind völlig normal bei Stellvertreterkriegen mit Milizen. Die Tahrir al-Sham, dessen Kern noch immer die Al-Qaida bildet, wurde als „revolutionäre Kraft“ lange in der Türkei applaudiert. Wie sie sich erinnern war es Erdoğan selbst, der am lautesten protestierte, als die USA 2012 die Nusra-Front, die als Syrien-Ableger von Al-Qaida gilt, als Terrororganisation einstufte. Die Nusra-Front war auch die führende Kraft in der Dschaisch al-Fatah, die von der Türkei, Qatar und Saudi-Arabien finanziert wurde und Idlib eroberte.… weiterlesen

Täterverehrung statt gesunder Erinnerungskultur – Symbolpolitik der AKP

Alîşêr Qocgirî über den Frontalangriff auf die Erinnerungen der Völker Anatoliens; für den Kurdistan Report September/Oktober 2017
»Die ArmenierInnen sind stolz auf euch; ihr seid alle ArmenierInnen, wir werden euch alle töten« – diese Ansage war während des Belagerungszustands in der kurdischen Stadt Cizîr (Cizre) 2015/2016 unüberhörbar, da sie lautstark aus den Lautsprechern der türkischen Sicherheitskräfte ertönte. Die militärischen Spezialeinheiten der Jandarma als auch der Polizei (JÖH und PÖH) machten die oben genannte Stadt und etliche weitere in Nordkurdistan dem Erdboden gleich. Laut der türkischen Menschenrechtsstiftung (TIHV) kamen im Zuge dieser Belagerungen im Zeitraum von August 2015 bis April 2016 338 ZivilistInnen ums Leben.… weiterlesen

Was für eine Rolle spielten die USA, Deutschland und Großbritannien bei der Entführung von Öcalan?

Der Kolumnist Ferda Çetin erinnert an die Unterstützer des internationalen Komplotts, das vor 19 Jahren seinen Anfang nahm, 11.10.2017
Die kurdische Gesellschaft bezeichnet die Phase vom 9. Oktober 1998 bis zum 16. Februar 1999 als das „internationale Komplott”. Binnen dieser Zeitspanne wurde Abdullah Öcalan zunächst in Syrien zur persona non grata erklärt, durchlebte anschließend eine Odyssee durch verschiedene Länder Europas, um schließlich in der kenianischen Hauptstadt Nairobi entführt und an die Türkei ausgeliefert zu werden. An dieser langatmigen Operation gegen einen der bedeutendsten Führungspersönlichkeiten der Kurden waren zahlreiche internationale Unterstützer beteiligt. Doch heute können wir sagen, dass das internationale Komplott ihr eigentliches Ziel nicht erreicht hat.… weiterlesen

Start der Kampagne „Die Zeit ist reif! – Freiheit für Öcalan!“

Pressemitteilung, Civaka Azad – Kurdisches Zentrum für Öffentlichkeitsarbeit e.V., 10.10.2017
Die Internationale Initiative »Freiheit für Abdullah Öcalan – Frieden in Kurdistan« verkündete gestern auf einer Pressekonferenz in Straßburg den Start einer Bustour im Rahmen der Kampagne „Die Zeit ist reif! – Freiheit für Öcalan!“. Die 33-tätige Bustour wird durch acht Länder und 33 Städte führen, begleitet von zahlreichen Demonstrationen und Podiumsdiskussionen. Die am 9. Oktober begonnene Bustour wird am 11. November enden. Der Bus wurde gestern in Strasbourg vor dem Europarat mit einer Kundgebung und Demonstration empfangen. Ziel der Kampagne und Bustour ist es eine breite Öffentlichkeit sowie politische Institutionen der bereisten Länder auf die Situation Öcalans und seine Ideen aufmerksam zu machen.… weiterlesen

Das Gerangel um Idlib

Der Journalist Seyit Evran zu den Hintergründen der türkischen Militäroffensive auf die nordsyrische Provinz Idlib, 10.10.2017
Die Rangelei um die nordsyrische Provinz Idlib hat offiziell begonnen. Der Grundstein für die Zukunft der Region wurde bereits im vergangenen Jahr in Moskau bei einer Versammlung russischer Vertreter mit der Türkei und dem Iran gelegt. In den darauffolgenden Astana-Gesprächen wurde das Vorhaben schließlich konkretisiert. Nun sollen diejenigen Gruppen, die gemeinsam mit der Türkei die nordsyrischen Gebiete um Dscharablus und al-Bab besetzt halten, auch die Kontrolle über Idlib erlangen. Mit Teilen der Nusra-Front, die in Idlib stark präsent ist, hat man sich bereits in diesem Sinne geeinigt.… weiterlesen

Anatomie einer Zerstörung

Ercan Ayboga, Plattform »Nein zur Zerstörung von Sur, Diyarbakır«; für den Kurdistan Report September/Oktober 2017
Nachdem Suriçi – Teil der UNESCO-Welterbestätte »Festung von Diyarbakır und Kulturlandschaft Hevselgärten« – im Winter 2015/2016 Schauplatz von Kämpfen zwischen kurdischen RebellInnen und türkischen Staatskräften war, wird die Altstadt systematisch vom türkischen Staat zerstört. Durch Enteignung wird die politisierte kurdische Bevölkerung vertrieben und das Gebiet kommerzialisiert. Von der Gentrifizierung ist auch das angrenzende Tigristal betroffen. Diyarbakır – heute auch Amed genannt – ist mit seiner geopolitisch wichtigen Lage am Tigris seit mehr als 4.000 Jahren eine Stadt, die von einer Reihe östlicher und westlicher Zivilisationen beherrscht wurde.… weiterlesen

„Selbstbestimmung kann nicht auf Staatswerdung reduziert werden“

manheim festDie Journalistin Filiz Gazi im Gespräch mit Dr. Ahmet Hamdi Akkaya aus der Universität Complutense Madrid; 06.10.2017
Es ist bekannt, dass die USA an der Entführung von Öcalan in Kenia 1999 beteiligt war. Auch ist bekannt, dass die USA in der Vergangenheit den südkurdischen Luftraum für türkische Militärflugzeuge geöffnet hat und eine geheimdienstliche Zusammenarbeit geführt wurde. Nun liefert die USA der YPG und YPJ Waffen. Was ist hierbei das Ziel der internationalen Politik, die sich den jeweiligen Bedingungen anpasst. Wie bewerten sie die Kritiken, die von Hoffnungen der kurdischen Bewegung gegenüber dem Imperialismus sprechen? Ein Teil derjenigen, die solch eine Kritik zur Sprache bringen, versuchen damit ihre eigene Last abzuwerfen.… weiterlesen

Salih Muslim: Den Kurden geht es nicht bloß um Autonomie

Gamze Kafar im Interview mit Salih Müslüm, dem ehemaligen Co-Vorsitzenden der PYD, über das Referendum im kurdischen Autonomiegebiet im Irak, über die Offensive auf Deir ez-Zor und die Erklärung aus Damaskus zu einer möglichen Autonomie in Nordsyrien; 05.10.2017
Viele Länder kommentierten das Unabhängigkeitsreferendum im irakischen Kurdistan. Die Türkei hat bekanntgegeben, dass sie das Referendum nicht akzeptiert. Was denken Sie über das Referendum? Von Anfang an haben wir dazu eine klare Position eingenommen. Das Referendum ist ein demokratisches Grundrecht und durch die Meinungsfreiheit gedeckt. Das Ganze hätte deshalb eigentlich nicht für so viel Aufruhr sorgen dürfen. Jeder Ort, jede Stadt und jedes Dorf kann ein Referendum abhalten.… weiterlesen

Offensive auf Deir ez-Zor dauert an

Pressemitteilung, Civaka Azad – Kurdisches Zentrum für Öffentlichkeitsarbeit e.V., 02.10.2017
Die vom Militärrat von Deir ez-Zor und den Demokratischen Kräften Syriens (SDF) am 9. September begonnene Operation „Gewittersturm Cizîres“ dauert weiterhin an. Ziel der parallel zur Rakka-Operation laufenden Befreiungsoffensive ist es, in den Gebieten östlich des Euphrat-Flusses und den östlichen Regionen von Deir ez-Zor den IS zu verdrängen. Die Kräfte des Assad-Regimes hingegen stoßen derzeit mit Unterstützung Russlands und des Irans vom Süden her in Richtung Deir ez-Zor vor. Heftige Gefechte zwischen der SDF und dem IS Örtlichen Quellen zufolge haben die Kräfte des SDF die Kontrolle über die Stadt as-Suwar im Nordosten von Deir ez-Zor übernommen und im Osten die Stadt Markada erreicht.… weiterlesen

Mossul und die Zukunft des Iraks in der Post-IS-Ära

Der Journalist Halit Ermiş über Mossul als das Zentrum der Widersprüche zwischen den sunnitischen und schiitischen Machtzentren; für den Kurdistan Report September/Oktober 2017
Als der sog. Islamische Staat (IS) im Jahr 2014 eine geostrategisch und politisch so wichtige Stadt wie Mossul (Mossul) binnen eines Tages unter seine Kontrolle gebracht hatte, war die gesamte Welt geschockt. Denn nicht nur die zweitgrößte Stadt des Iraks war nun unter der Kontrolle des IS. Die gesamte Situation im Mittleren Osten war mit der Eroberung dieser Stadt fortan eine andere. Deshalb kann man zurecht von einer Zäsur sprechen. Ohne die Eroberung von Mossul wären die schnellen und großen weiteren Gebietsgewinne des IS nicht vorstellbar gewesen.… weiterlesen

Zwischen Unabhängigkeitsreferendum und demokratischer Autonomie

Kurdische Perspektiven im Irak nach der Befreiung von Mossul, Civaka Azad Dossier Nr. 12, 30.09.2017
Der Irak steht vor wegweisenden Entscheidungen, die seine Zukunft für Generationen prägen werden. Nach der Befreiung Mossuls und dem kurdischen Unabhängigkeitsreferendum stellt sich die Frage nach einer politischen Lösung der jahrzehntealten Konflikte innerhalb des Landes. Während sich regionale und internationale Kräfte über die Notwendigkeit einer militärischen Zerschlagung des Islamischen Staates (IS) weitgehend einig sind, fehlt es derzeit an klaren politischen Lösungsperspektiven für den Irak in der Post-IS-Ära. Weder die USA oder Russland, noch die regionalen Mächte wie der Iran oder die Türkei haben eine Vorstellung von einer möglichen friedlichen politischen Ordnung für den Vielvölkerstaat.… weiterlesen

Mehmet Aksoy: Rakka und die Hoffnungen nach dem Islamischen Staat

Dokumentarfilmer Mehmet Aksoy in Rakka gestorben, Civaka Azad – Kurdisches Zentrum für Öffentlichkeitsarbeit, 28.09.2017
Gestern gab das Pressezentrum der YPG den Tod ihres Mitglieds Mehmet Aksoy (Firaz Dağ) in Rakka bekannt. Der 32-jährige Absolvent der Goldsmiths – University of London und Dokumentarfilmer Mehmet Aksoy wurde während seiner Aufnahmen der Befreiungsoperation tödlich verletzt. In der Erklärung der YPG heißt es: “Fîraz Dağ (Mehmed Aksoy) stammt aus Nordkurdistan. Er ist in London aufgewachsen und seit seinen Jugendjahren Teil des Kampfes der kurdischen Gesellschaft und des antikapitalistischen, demokratischen Widerstands. Insbesondere nach dem Şengal Massaker 2014 war er mit einem hohem Tempo aktiv, um die kurdische Bevölkerung und die europäische Öffentlichkeit zu informieren und zu organisieren.“ Mitbegründer von Kurdish Question Mehmet Aksoy war Mitgründer der englischsprachigen Internetplattform Kurdish Question.… weiterlesen

Von Kommunen zum Demokratischen Konföderalismus in der Demokratischen Föderation Nordsyrien

Der Journalist Halit Ermiş über die ersten Wahlen in der Demokratischen Föderation Nordsyrien, 27.09.2017
In der Demokratischen Föderation Nordsyrien wurde ein weiterer historischer Fortschritt erreicht. Die Wahlen vom 22. September diesen Jahres, bei denen die Ko-Vorsitzenden der über 3000 Kommunen in Nordsyrien gewählt wurden, stellen einen großen Schritt beim Aufbau von Demokratie und Selbstverwaltung unter der Beteiligung aller Völker dar. Es ist besonders wichtig, dass die Wahlen unter demokratischen Verhältnissen und unter hoher Beteiligung der Bevölkerung stattfanden. Die Wahlbeteiligung ist ein bedeutender Ausdruck für die Akzeptanz der Menschen für das demokratische Selbstverwaltungssystem. Die mehrmonatige Wahlphase, während derer neben den Wahlen auf Ebene der Kommunen auch auf Ebene der Regionen und des Volkskongresses Wahlen stattfinden werden, kann als Einladung an die Bevölkerung verstanden werden, über ihre Zustimmung zu dem System zu entscheiden.… weiterlesen

Erste deutsche Städtepartnerschaft mit einer Stadt in der Demokratischen Föderation Nordsyriens beschlossen

Elke Dangeleit über die Hintergründe der Städtepartnerschaft zwischen Berlin Friedrichshain-Kreuzberg und Dêrîk, 26.09.2017
Die Bezirksverordnetenversammlung von Berlin Friedrichshain-Kreuzberg stimmte am vergangenen Mittwoch mit großer Mehrheit von Linken, Grünen und SPD dem Antrag der Linksfraktion zu einer Städtepartnerschaft mit der nordsyrischen Stadt Dêrîk zu. Damit ist das Bezirksparlament von Friedrichshain-Kreuzberg Vorreiter in ganz Deutschland. Dêrîk ist eine Stadt in der Demokratischen Föderation Nordsyrien, in der Nähe der irakischen Grenze und dem Şengal-Gebiet. Der kurdische Name Dêrîk wurde unter Assad arabisiert und in al-Malikiya umbenannt, so wie in der Türkei tausende von kurdischen Städten und Dörfern mit türkischen Namen versehen wurden, um den kurdischen Ursprung zu vernichten.… weiterlesen

Demokratische Selbstverwaltung in Kurdistan

Abdullah Öcalan zur politischen Programmatik der Arbeiterpartei Kurdistans und der Kompromissformel „Demokratie plus Staat als allgemeine öffentliche Autorität“, 25.09.2017
Hauptpunkt der politischen Programmatik sollte also eine Reform sein, die eine Bereitschaft des Staates zur Demokratie jenseits leerer Verspre­chungen garantiert. Im alten PKK-Programm wurde der bestehende Staat komplett abgelehnt, er sollte also komplett abgeschafft werden. An sei­ne Stelle dachten wir – wenn auch recht unkonkret – an so etwas wie einen kurdischen Staat. Diese Ansicht finde ich falsch, nicht weil sie schwer umzusetzen ist, sondern weil der Etatismus meiner Weltsicht prinzipiell widerspricht. Zwar ist auch die unmittelbare Ablehnung jeglichen Staates nicht realistisch und klingt eher nach Nihilismus und angestaubtem Anar­chismus.… weiterlesen